Markus vallazza
Foto: Werner Schmidt, Wien

Kurzbiographie
Ausstellungen
Mappenwerke
Filme

Kurzbiographie

1936 Geboren am 8. August in St. Ulrich im Grödnertal/Südtirol.

1947 Besucht auf Wunsch der Eltern das Priesterseminar Dorf Tirol bei Meran, aus dem er nach zwei Jahren entlassen wird.

1954 bis 1956 als Holzschnitzer und Zeichner für kirchliche Innenausstattung tätig. Erste Gedichte entstehen.

1956 bis 1957 Gasthörer am „Istituto d’Arte Porta Romana“ in Florenz bei Prof. Renzo Grazzini.

1960 und 1961 erste längere Aufenthalte in Paris. Lernt Alberto Giacometti kennen.

1961 Beginn der Lehrtätigkeit als Kunsterzieher (zunächst an der Mittelschule, später an der Kunstschule St. Ulrich), die er 1971 beendet, um als freischaffender Künstler zu arbeiten.
Bereist ab 1961 zahlreiche europäische Länder sowie u.a. die UdSSR, die Vereinigten Staaten, Kanada, Ägypten und Israel.

1964 Schreibt das autobiographische Theaterstück „Ikarus. (Die Leidenschaft des Gewissens)“. Verfasst vor allem in den sechziger und siebziger Jahren zahlreiche Gedichte.

1965 Besucht den Bildhauer Henry Moore in Perry Green bei London.

1966 In der Werkstatt des Künstlers Robert Scherer in Brixen/Südtirol entstehen die ersten Radierungen. Anschaffung einer eigenen Tiefdruckpresse.

1970 Wird auf Vorschlag des damaligen Präsidenten Georg Eisler und Alfred Hrdlicka Mitglied der Wiener Secession (bis 1975).

1973 Auf Anregung des Wiener Kunsthistoriker und Kritikers Kristian Sotriffer erscheint das erste Mappenwerk des Künstlers mit Radierungen zu Oswald von Wolkenstein.
In der Folge werden über zwanzig weitere Mappenwerke mit Radierungen des Künstlers ediert, davon einige als Publikation mit Originalgraphik der Salzburger Landessammlungen Rupertinum.

1974 Arbeitsaufenthalte im renommierten „Laboratorio d’arte grafica“ von Franco Cioppi in Rom.

1976 Mitbegründer der Südtiroler Kulturzeitschrift „Arunda“, gemeinsam mit Hans Wielander, dem Bildhauer Michael Höllrigl u. a.
Übersiedlung nach Salzburg. Lernt dort den Dichter H.C. Artmann kennen, mit dem ihn eine langjährige Freundschaft verbinden wird.

1980 bis 1982 Aufenthalt in Berlin. Lebt anschließend in Wien, Südtirol und Augsburg.

1985 Bezieht nach der Rückkehr aus Augsburg ein Atelier in Bozen.

1987 Liest im Rahmen der Südtiroler „Kulturtage Lana“ u.a. mit Oskar Pastior und H.C. Artmann erstmals aus eigenen Gedichten. H.C. Artmann regt die Herausgabe der Gedichte
des Künstlers an.

1988 Stiftet gemeinsam mit Paul Flora den vom Verein der Bücherwürmer in Lana begründeten internationalen Norbert C. Kaser-Preis für zeitgenössische Lyrik.
Erhält über Vorschlag des Architekten Hermann Trebo von der Raiffeisen Landesbank Südtirol AG in Bozen den Auftrag für ein Wandgemälde im neuen Bankgebäude, das er mit Motiven aus den Dolomitensagen gestaltet.

1990 Im Innsbrucker Haymon Verlag erscheint der Gedichtband „Schattenhinab“ mit von H.C. Artmann ausgewählten Gedichten des Künstlers und einem Widmungsgedicht von H.C. Artmann.
Verleihung des Ehrentitels „Cavaliere della Repubblica Italiana“.

1991 Einladung zur Gastprofessur an der „Internationalen Sommerakademie für Bildende Kunst Salzburg“ durch ihren Präsidenten Wieland Schmied (Klasse Druckgraphik, gemeinsam mit der Prager Künstlerin Adriena Šimotová)
Lebt und arbeitet von nun an (bis 2010) abwechselnd in Wien und Bozen.

1992 Auf Einladung des Innsbrucker Verlegers Michael Forcher entsteht in Zusammenarbeit mit der Südtiroler Schriftstellerin Anita Pichler das Buch „Die Frauen aus Fanes“, das vom Haymon Verlag herausgebracht wird. Beeindruckt von den Zeichnungen des Bandes regt Otto Breicha, Direktor des Salzburger Rupertinums, eine Radierfolge zum Thema an.

1993 Durch die großzügige Unterstützung des Kunstsammlers und Mäzens Peter Infeld und des Wiener Galeristen Ernst Hilger Beginn der bildnerischen Umsetzung der „Divina Commedia“ von Dante Alighieri
Bis 2000 entstehen neun ausgeführte Skizzenhefte, zahlreiche Monotypien, Zeichnungen und Einzelradierungen sowie die Mappenwerke „Inferno“, „Purgatorio“ und „Paradiso“ mit Radierungen zu den einzelnen Canti der „Divina Commedia“.

1998 Erhält das „Ehrenzeichen des Landes Tirol“.

2002 Gibt in der Edition Raetia das Buch „Roland Kristanell. Ich litt mich in die Freude ein“ heraus, das u. a. Auszüge aus dem Briefwechsel des Künstlers mit dem 2000 verstorbenen Freund, Südtiroler Dichter, Maler und Lebenskünstler Roland Kristanell enthält.

2003 Im Auftrag des Senders RAI Bozen gestaltet Traudi Missini das Filmporträt „Ich zeichne, also bin ich. Markus Vallazza – Eine Begegnung“.

2007 und 2008 erscheinen die die Bände I und II des Gesamtverzeichnisses der von 1966 bis 2006 entstandenen Radierungen im Folio Verlag, Bozen/Wien.

2010 Verleihung des „Walther-von-der-Vogelweide“-Preises.

2015 Der Band „Erotika“, mit Texten von H.C. Artmann und Zeichnungen des Künstlers aus seinem „Casanova“-Zyklus, wird von der Edition Raetia, Bozen, neu aufgelegt; ergänzt mit einem Vorwort von Jochen Jung und einem Nachwort von Gottfried Solderer.

2016 Aus Anlass des 80. Geburtstags des Künstlers erscheint im Folio Verlag, Bozen/Wien, das Kunstbuch „Markus Vallazza. Der Weltenzeichner“, das von Günther Oberhollenzer, dem Kurator der gleichnamigen Ausstellung in „Kunst Meran“ herausgegeben wird.
Markus Vallazza lebt in Bozen, Südtirol.
 

Werke des Künstlers befinden sich in zahlreichen öffentlichen und privaten Sammlungen des In- und Auslandes (u. a. STRABAG Artcollection, Albertina, Peter Infeld Privatstiftung, alle Wien; Sammlung Essl, Klosterneuburg; Museum der Moderne, Rupertinum, Salzburg; Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum Innsbruck; Südtiroler Landesregierung, Museion, beide Bozen).

Ausstellungen

Einzelausstellungen (Auswahl)

seit 1964 in der Galleria Goethe, Bozen
seit 1971 in der Galerie Welz, Salzburg
1970 und 1973 in der Wiener Secession
1979 Galerie Würthle, Wien; Galerie Bloch, Innsbruck
1981 Galerie Maria Dinkler, Berlin
1984 Albertina Wien; Galerie Contact, Wien
1991, 1997 und 2008 Galerie Paul Flora, Innsbruck
1992 und 1999 Kulturhaus der Stadt Graz; Galerie Mayer, Innsbruck
1992 und 1995 Landessammlungen Rupertinum, Salzburg
1996 Galerie Hilger Wien; Burgenländische Landesgalerie im Schloss Esterhazy, Eisenstadt
1999 Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum
2000 Schloss Katzenzungen, Prissian
2001 Haus des Buches, Leipzig
2002 und 2003 Freilichtmuseum Ensemble Gerersdorf
2002 Centro Dantesco dei Frati Minori Conventuali, Ravenna
2003 RLB-Kunstbrücke, Innsbruck
2004 Infeld – Haus der Kultur, Halbthurn
2007 Museo d’Arte Moderna e Contemporanea, Rovereto
2009 Auferstehungskirche, Bad Oeynhausen, Deutschland
2010 Goethe Galerie, Bozen
2012 Museum für Druckgrafik, Rankweil, Vorarlberg
2012 Schloss Kastelbell, Kastelbell/Tschars, Südtirol
2015 Galerie Offizin S, Meran
2016 KUNST MERAN im Haus der Sparkasse, Meran/Südtirol

Ausstellungsbeteiligungen (Auswahl)

III. Internationale der Zeichnung, Darmstadt 1970
Maestri del Disegno, Galleria Giulia, Rom 1970
X. Quadriennale, Rom 1972
Kunst zu Kafka, Bonn 1978
Mit Nadel und Säure – 500 Jahre Kunst der Radierung, Graphische Sammlung Albertina, Wien 1982
10 Künstler aus Tirol, Galerie der Zeichner in der Stuck-Villa, München 1986
Große Kunstausstellung, Haus der Kunst, München 1987, 1988, 1990, 1992, 1998
Contemporary German Art, Alena Adlung Gallery Ltd., New York 1989
Mozart in Art. 1900–1990, Mozarts Geburtshaus, Salzburg, und Palais Preysing, München 1990
Zeichen und Träume, 10 Künstler aus dem Kulturareal „Alpe Adria“, Villa Merkel, Esslingen am Neckar1993
20. Internationale Graphik Biennale, Ljubljana 1993
Art Tirol, Innsbruck, New York, Pittsburgh, Washington 1993/94
Internationale Graphik Biennale, Krakau 1997
Zeichnen – Österreichische Zeichnungen der neunziger Jahre, Galerie im Traklhaus, Salzburg 1999
Himmel und Hölle. Dantes Göttliche Komödie in der modernen Kunst, Stadtmuseum Erlangen 2004
Die Kunst der Verführung. Von Schiele bis Warhol. Minoritenkloster, Tulln an der Donau, 2007
Peripherer Blick und kollektiver Körper, Museon – Museum für moderne und zeitgenössische Kunst, Bozen 2008
Europa-Ausstellung 2009. Macht des Bildes. Visionen des Göttlichen, Bleiburg 2009
Zauber der Zeichnung. Zeichnungen in Österreich 1946 - 2009, Lanserhaus, St.Michael/Eppan, Südtirol 2009
Weggefährten. Der Beginn der Sammlung, Sammlung Essl im Schömer-Haus, Klosterneuburg 2010
Ich Wolkenstein, Schloss Tirol, Südtirol 2011
Dantes Vision. Durch die Hölle zum Licht. Die Göttliche Komödie in Bildern, Dommuseum Wien 2011/2012
Younger than Yesterday. 30 Jahre Museum der Moderne Salzburg, Salzburg 2013
50 Jahre Goethe Galerie, Bozen 2014
Convivium, Art Gallery Alessandro Casciaro, Bozen 2015

Mappenwerke

Oswald von Wolkenstein
25 Radierungen. Mit Liedern des Dichters und einem einleitenden Essay von Kristian Sotriffer. Edition Tusch, Wien 1973

Le Bateau Ivre
Zum 120. Geburtstag von Arthur Rimbaud. Portfolio mit insgesamt 7 Radierungen. Mit einem einleitenden Text von Markus Vallazza und einem Gedicht von Arthur Rimbaud. Hrsg. von Mario Mauroner, Edition 30+10 der Galerie Academia, Salzburg 1974

Daphne
Dalle Metamorfosi di Ovidio. 8 Steinradierungen. Mit einem einleitenden Text von Fortunato Bellonzi. Sigart-Edizioni, Rom 1974

Hop-Frog
Portfolio mit 14 Radierungen. Nach einer gleichnamigen Erzählung von E.A. Poe.
Mit einem Text von H.C. Artmann. Hrsg. von M. Mauroner, Edition 30+10 der Galerie Academia, Salzburg 1976

Zu Horaz
Eine Folge von 15 Radierungen. Mit einem einleitenden Text und einer Auswahl von Zitaten aus den Oden und Epoden des Horaz von Markus Vallazza. Verlag Galerie Welz, Salzburg 1976

Sieben Radierungen aus Lajen
Vorgestellt von Hans Widrich. Verlag Hans Widrich, Salzburg 1980

Puppen (Für Alma und Saskia)
Kassette mit zehn Radierungen. Edition Tusch, Wien 1981

Mein Apfelbaum
Kassette mit zwölf Radierungen auf Zink. Edition Tusch, Wien 1983

Mein Parnass
Dreißig Originalradierungen im Passepartout. Edition E. Hilger, Wien 1984

Olivenbäume
Kassette mit sechs Radierungen auf Zink. Mit einem Text von Markus Vallazza. Verlag Hans Widrich, Salzburg 1991

Vom Herzzerreißenden der Dinge
Radierungen und Kaltnadelarbeiten zu Sätzen von Friederike Mayröcker. Mit einem Text von Friederike Mayröcker. Hrsg. als neunzehnte Publikation mit Originalgraphik der Salzburger Landessammlungen Rupertinum, 1992

Von da und dort
Kassette mit vierzig Radierungen. Auswahl und einleitender Text von Otto Breicha. Hrsg. als dreiundzwanzigste Publikation mit Originalgraphik der Salzburger Landessammlungen Rupertinum, Salzburg 1992

Auf einem leichten Grunde
Kassette mit zwanzig Radierungen. Ausgewählt und hrsg. von Otto Breicha, Wien / Salzburg 1992

Jenseits der Baumgrenze
Motive aus den Dolomiten. Fünfzehn Radierungen und Kaltnadelarbeiten auf Aluminium und Zink. Mit einem Text von Kristian Sotriffer. Hrsg. von Otto Breicha, Wien/Salzburg 1994

Aus dem Reich der Fanes (Dolomitensagen)
Fünfzehn Kaltnadelradierungen auf Aluminium. Mit einem Text von Anita Pichler und einer Einführung von Otto Breicha. Hrsg. als siebenundzwanzigste Publikation mit Orginalgraphik der Salzburger Landessammlungen Rupertinum, 1994

Zu Dante nachdenkend
Zehn Radierungen und Kaltnadelarbeiten auf Zink, Kupfer und Aluminium. Mit einem einleitenden Text von Otto Breicha. Hrsg. als dreißigste Publikation mit Originalgraphik der Salzburger Landessammlung Rupertinum, 1995

La Divina Commedia – Teil I: Inferno
Vierunddreißig Radierungen zu den einzelnen Canti + 1 Frontispiz. Mit Auszügen aus dem Vorwort von Kurt Leonhard der Dante-Rowohlt-Monographie. Edition der Galerie Ernst Hilger in Zusammenarbeit mit Peter Infeld, Wien 1996

La Divina Commedia – Teil II: Purgatorio
Dreiunddreißig Radierungen zu den einzelnen Canti. Edition der Galerie Ernst Hilger in Zusammenarbeit mit Peter Infeld, Wien 1999

Mein Parnass II / Il mio Parnaso II
Dreißig Originalradierungen. Mit je einem Text von Markus Vallazza und Otto Breicha. Hrsg. von Fulvio Vicentini, Bozen, in der Edition Peter Infeld, Wien 1999

La Divina Commedia - Teil III: Paradiso
Dreiunddreißig Radierungen zu den einzelnen Canti. Edition der Galerie Ernst Hilger in Zusammenarbeit mit Peter Infeld, Wien 2000

Divagazioni sul Thema: F. Nietzsche / Betrachtungen zum Thema: F. Nietzsche.
Broschürte Mappe mit sechs Originalradierungen. Hrsg. von Fulvio Vicentini, Bozen 2002 (dt/it)

Homer. Drei Gesänge aus der „Odyssee“
15 Holzschnitte von Markus Vallazza zu den Gesängen „Grotte der Kalypso“, „Das Totenreich“ und „Der Freiermord“. Mit den drei Gesängen aus der „Odyssee“ in der Übersetzung von Roland Hampe, einem Essay von Johannes Poethen, einem Brief des Künstlers und einem Text zur Typographie von Siegfried Höllrigl. Hrsg. vom Offizin S., Meran 2002

Dreizehn Radierungen zu „Die letzten Tage der Menschheit / Gli ultimi giorni dell’umanità“ von Karl Kraus.
Mit einem Vorwort von Siegfried de Rachewiltz und einer Einführung von Markus Vallazza. Ins Italienische übersetzt von Mary de Rachewiltz. Landesmuseum Schloss Tirol, Meran 2005

Assoziationen zu Orwells Farm der Tiere
24 Radierungen. Herausgegeben vom Museum für Druckgraphik, Rankweil, 2012

Filme (Auswahl)

Südtiroler Künstler: Markus Vallazza 
TV-Film. Regie: Bruno Jori, Text: Elisabeth Baumgartner, RAI Sender Bozen, 1970/1971

Galerie für Kinder: Zwei Tage aus dem Leben des Markus Vallazza 
TV-Film. Regie: Georg Wildhagen, Produktion Alpina Wien, ZDF, 1975

Markus Vallazza. E l’Inferno Dantesco.
Videofilm. Regie: Fulvio Vicentini, Kamera: A. Doliana, Bozen 1995

Markus Vallazza. Meine „Divina Commedia“.
Regie: Christoph Mayr und Maria Ziegelböck, Wien 1997

Markus Vallazza. E il Purgatorio Dantesco.
Videofilm. Regie: Fulvio Vicentini, Produktion: Alessandro Di Spazio, Bozen 1999

Markus Vallazza. E il Paradios Dantesco.
Videofilm. Regie: Fulvio Vicentini, Produktion: Alessandro Di Spazio, Bozen 2000

Markus Vallazza. Friedrich Nietzsche „Hommage“.
Videofilm. Regie: Fulvio Vicentini, Produktion: Di Spazio Film, Bozen 2003

Ich zeichne, also bin ich. Markus Vallazza – Eine Begegnung.
TV-Film. Regie: Traudi Missini, RAI Sender, Bozen 2003